
Ein einzigartiges Hohlkreuz mit einer erhaltenen Reliquie wurde im antiken Lystra entdeckt
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Archäologen haben in der Zentraltürkei ein außergewöhnliches Artefakt entdeckt: ein versiegeltes und noch ungeöffnetes bronzenes Reliquienkreuz aus dem 9. bis 11. Jahrhundert mit seinem ursprünglichen Inhalt. Die Entdeckung wurde bei einer systematischen Ausgrabung einer frühmittelalterlichen Kirche in der antiken Stadt Lystra in der heutigen Provinz Konya gemacht. Um den Inhalt nicht zu beschädigen, haben die Experten bisher nur einen vorsichtigen Blick in das Innere geworfen.
Die Archäologen entdeckten zunächst die Überreste einer etwa 30 Meter langen Basilika aus der Spätantike, die im Frühmittelalter ununterbrochen genutzt wurde. Das Gebäude verfügte über eine reich verzierte Innenausstattung mit vergoldeten Deckenmosaiken und verzierten Wänden, was von seiner außergewöhnlichen repräsentativen Funktion zeugt. Den Archäologen zufolge war es die Hauptkirche der Stadt, die dem Niveau eines Bischofssitzes entsprach und eines der wichtigsten Zentren des frühen Christentums in Zentralanatolien war.
Bei den diesjährigen Ausgrabungen in der Kirche wurden Gräber mit Metallkreuzen, Schmuckstücken und mehreren Reliquienschreinen freigelegt, die jedoch beschädigt, offen oder nur teilweise erhalten waren. Die einzige Ausnahme ist ein völlig intaktes Reliquienkreuz aus Bronze. Es besteht aus zwei Teilen, die durch Nieten fest miteinander verbunden sind, ohne Scharnier oder Öffnungsmechanismus. Die Außenseite ist mit geometrischen Motiven mit Zirkumpunkturen und parallelen Linien verziert, die für den frühmittelalterlichen byzantinischen Raum typisch sind. Nach der Öse mit Scharnier zu urteilen, wurde es als Anhänger getragen.
Ähnliche Hohlkreuze wurden hauptsächlich als persönliche Behältnisse für Reliquien verwendet. Sie enthielten Teile von Textilien, Knochenfragmente oder andere als heilig angesehene Gegenstände. Sie waren Artefakte der persönlichen Frömmigkeit, des Schutzes und der Identität. In der Regel waren sie zu öffnen. Ein dauerhaft verschlossener Reliquienschrein scheint eine besondere Bedeutung gehabt zu haben, die keine menschliche Intervention oder Kontrolle voraussetzte. Ihr Inhalt blieb daher mindestens tausend Jahre lang verborgen.
Bei der Konservierung wurden Korrosionsschichten und Verunreinigungen entfernt, aber das Kreuz selbst blieb bewusst ungeöffnet. Die Experten beschlossen, die ursprüngliche Konstruktion und den verborgenen Inhalt zu respektieren. Nur eine begrenzte visuelle Inspektion durch einen kleinen Spalt offenbarte das Vorhandensein von Textilmaterial, das wie ein Teil eines Leichentuchs aussieht.
Quellen: heritagedaily.com, thehistoryblog.com, aa.com.tr

Mindestens 1000 Jahre altes Reliquienkreuz mit ursprünglichem Inhalt in ausgezeichnetem Zustand

Das Kreuz ist noch versiegelt

Ausgrabung der Kirche
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