10. 8. 2011 Kalendarium

10 Aug 2011 Gewölbe aus dem 18. Jahrhundert unter dem Fußboden

Kategorien: Funde und Rettungsuntersuchungen in Tschechien , Kalendarium

Vor zehn Jahren machten Archäologen im Pfarrhaus in Jablonec nad Nisou interessante Entdeckungen. Unter dem Boden fanden sie ein Gewölbe aus dem achtzehnten Jahrhundert. Sie war vollständig erhalten, zwei Meter lang und einen Meter hoch.

Die Untersuchungen gingen einem umfangreichen Umbau voraus, für den das Rathaus einen Zuschuss der Europäischen Union erhielt. Sie verlegten die Galerie, die sich bis dahin im Rathaus von Jablonec befand, dorthin. Außerdem wurde das Informationszentrum in die modernisierten Räumlichkeiten verlegt.

Das Pfarrhaus war der letzte Wohnsitz der Ethnographen Jana und Josef V. Scheybal. Neben der Ethnographie widmeten sie sich auch der Volkskultur, dem Naturschutz, der Lokalgeschichte und der Regionalgeschichte. Sie besaßen eine umfangreiche Bibliothek und eine große Kunstsammlung. Zu Ehren des Paares gibt es in Dobrá Voda sogar einen Naturlehrpfad. Sie haben im Pfarrhaus in Jablonec eine Gedenkstätte eingerichtet.

Als die mit der Renovierung beauftragten Personen das erste Mal vor dem Umbau auf den Dachboden kamen, waren sie regelrecht erschrocken. Es war vollgestopft mit allen möglichen Dingen. "Es gab zum Beispiel Verpackungen von Käse, Kaffeegläsern und wertvollen Dingen. Am Anfang dachten wir: 'Das kriegen wir unmöglich hin'", erinnert sich Lea Machurová vom Kultur- und Informationszentrum, die für die Modernisierung zuständig war.

Das Pfarrhaus ist an die St. Anne's Church angebaut. Dort fanden Archäologen mehrere Keramikscherben aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts und das Fundament eines Kachelofens im Pfarrhaus. Am meisten gefiel ihnen jedoch der Tresor, der sich unter dem Boden des Pfarrhauses befand. Archäologen haben so etwas in dieser Region noch nie gesehen.

"Ich habe mich darauf gefreut, den Tresor auszurauben. Es gab jedoch nur Reste von Holz, kein Gold oder andere Schätze", schmunzelt Petr Brestovanský, Archäologe am Nordböhmischen Museum.

Danach wurde das Faro von den Arbeitern übernommen, die eine Menge Arbeit zu erledigen hatten. Die Bauarbeiter entdeckten, dass das Haus auf einem Granitfundament stand, das bereits zerbröckelt war. Das Gebäude hatte begonnen, sich den Hang hinunter zu neigen und drohte sogar einzustürzen. Also hoben die Arbeiter den Boden an und erweiterten die Außenwände mit einem Betonkranz. Gleichzeitig mussten die Gewölbedecken im Erdgeschoss statisch gesichert werden. Der verwitterte Mörtel in den Fugen war bröckelig.

In den 1960er Jahren ging das Pfarrhaus in den Besitz der Scheybals über. Nach ihrem Tod wurde die Stadt Eigentümerin und erhielt einen Zuschuss von 24 Millionen für die Renovierung.

Quellen: www.nasejablonecko.cz, www.denik.cz

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