
7. 8. 2002 Slowakische "Troja" bei Zvolen
Kategorien: Funde und Rettungsuntersuchungen in Tschechien , Kalendarium
Archäologen bezeichnen die Ruinen der Verlassenen Burg bei Zvolen als Slowakische Troja. Hier wurden nach und nach mehrere Gebäude freigelegt. Auf dem nahe gelegenen Borová hora wurde sogar eine große Menge reinen Goldes aus prähistorischer Zeit gefunden.
Die Goldene Troja war nicht nur im Besitz der Griechen, sondern befand sich auch in der Slowakei. Der Borová hora ist ein auf den ersten Blick unscheinbarer Gipfel, auf dessen Spitze sich ein kleiner See befindet. Früher warfen die Menschen Opfergaben hinein. Als der Teich im neunzehnten Jahrhundert gereinigt wurde, fand man dort zahlreiche Kunstgegenstände, die heute in Museumssammlungen in ganz Europa zu finden sind.
Allerdings schenken nur wenige Menschen diesem Hügel ihre Aufmerksamkeit, wenn sie von Banská Bystrica nach Zvolen kommen. Nur wenige schriftliche Aufzeichnungen erwähnen die Entdeckung von Gold auf Borová hora. Jahrhundert wurde dort ein Golddraht entdeckt, 1723 zwei Goldringe, 1737 ein weiterer Goldgegenstand und 1836 ein weiterer Golddraht. Deshalb nennen Archäologen das slowakische Gold "Troja".
Interessant sind auch die bereits erwähnten Ruinen der Verlassenen Burg. Archäologen haben dort die Überreste mehrerer Gebäude freigelegt. Zum Beispiel gab es ein einzigartiges Entwässerungssystem des Schlosses.
"Das System der Entwässerungskanäle geht auf das dreizehnte Jahrhundert zurück, und die mittelalterlichen Baumeister Wir haben sie geschaffen, damit das Regenwasser die Mauern nicht stört", sagt Václav Hanuliak, der Leiter der archäologischen Forschung.
Zu den interessanten Merkmalen gehört ein in den örtlichen Felsen gegrabenes Reservoir, das als Wasserspeicher für die Burg diente. Die 7,6 Hektar des Schlosses gehören zu den größten in Europa. Sie wurde zwischen dem zwölften und vierzehnten Jahrhundert in vier Phasen erbaut. Einigen Historikern zufolge wurde die Burg Zvolen um 750 erbaut.
Die Burg ist seit der späten Steinzeit bewohnt. Archäologen haben hier auch keltische, römische, germanische und slawische Überreste gefunden. Zu den attraktiven Funden gehören eine Münzfälscherwerkstatt aus dem 13. Jahrhundert und ein einzigartiger prähistorischer Schatz aus der Bronzezeit mit rund 150 Objekten, darunter Schmuck und Waffen.
Darüber hinaus haben Archäologen in der ehemaligen Burg mittelalterliche Waagen und originale Keramik gefunden. Das Institut für Archäologie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Nitra führt seit 2009 Forschungen an der Stätte durch.

Quellen: www.pravda.sk, www.bystricoviny.cz, www.travelguide.sk
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